Der wunderbar wandelbare Salatdressing-Dip mit Salzzitronen

Salzzitronen: Dieses Rezept (das ich noch nicht mal wirklich als eins bezeichnen würde) führt tagtäglich erstaunlich viele Menschen auf mein Blog. Ob die alle, nachdem sie meinen Artikel dazu gelesen haben, hingehen und tatsächlich Salzzitronen einlegen? Falls ja, dann dürfte es inzwischen verdammt viele Gläser mit Salzzitronen in Vorrats- und Kühlschränken geben. Aber haben ist das eine – verwenden etwas ganz anderes. Wenn ich nämlich in die bekannteste Suchmaschine „Salzzitronen“ eingebe, dann wird mir sofort vorgeschlagen: „salzzitronen verwendung“.

Tja. Und wofür verwendet man die nun? Da ich ahne, dass „für alles, was einem so einfällt“ keine besonders hilfreiche Antwort ist, trage ich schon seit Längerem den Plan mit mir herum, endlich mal einen Artikel über meinen liebsten Salzzitronen-Dip zu schreiben. Und weil ich diese supersimple Creme nicht nur als Dip, sondern auch als Salatdressing verwende, kommt mir Inas Wunsch nach Salatdressings gerade richtig!

Das Basisrezept ist supersimpel: einfach Mayonnaise und Joghurt zu gleichen Teilen mischen, Salzzitrone darin pürieren, fertig. (Für das exakte Rezept ganz nach unten scrollen.) So einfach, so wirkungsvoll: Der besondere und schön frische Geschmack von Salzzitronen (der mit dem von frischen Zitronen nicht wirklich zu vergleichen ist) kommt in dieser schlichten Creme perfekt zur Geltung. Was nicht heißt, dass man die Mischung nicht nach Lust und Laune abwandeln könnte: Kräuter wie Petersilie, Koriander, Schnittlauch oder ein bisschen Minze passen gut hinein. Auch fein: den „normalen“ schwarzen Pfeffer durch langen Pfeffer ersetzen.

Hier folgt jetzt eine Art Foto-Love-Story. Denn ich liebe dieses Dip-Dressing (oder den Dressing-Dip?) so sehr, dass ich es regelmäßig mache. Und da ich das mit diesem Artikel, wie gesagt, schon länger vorhabe, habe ich immer mal zwischendurch dokumentiert, in welchen Gerichten die Creme bei mir auftauchte.

Aktuell: als Dressing in einem einfachen, sommerlichen Fenchelsalat.

Fenchelsalat mit Salzzitronendressing

Im Winter enthält der Rohkostsalat dann eher Sellerie und Möhren, dazu Petersilie:

Möhren-Sellerie-Salat mit Salzzitronendressing

Winter und Sellerie sind die Stichworte: Die Salzzitronencreme macht sich auch perfekt als Dip zum Kohkrabischnitzel, das ich sehr gerne mag und sicher auch irgendwann mal verblogge. Für heute nur die Kurzform: Fingerdicke Kohlrabischeiben im Topf mit Dämpfeinsatz knapp gar dämpfen, gut abtupfen und entweder klassisch erst in Mehl, dann in Ei, dann in Semmelbröseln wenden oder aber nur in mit Wasser angerührter Stärke und dann in Semmelbröseln. (Letzteres ist eine neue Entdeckung von mir, und es funktioniert wirklich genauso gut wie die Sache mit dem Ei!) Die Kohlrabischeiben in Butterschmalz goldbraun und knusprig braten und mit dem Dip servieren.

Sellerieschnitzel mit Salzzitronendip

Noch mal Dip zu Gemüse: Diesmal zu schön großen Artischocken, die ich sehr liebe. Als Ausgleich für das dunkle Essen-in-Aktion-Foto gibt es noch eins von frisch geernteten Artischocken auf Sizilien.

Artischocken mit Salzzitronendip

Artischocken auf dem Markt in Ramacca, Sizilien

Also: Setzt Salzzitronen an, rührt damit diesen Dip (na gut, erst mal die Wartezeit überbrücken) und findet noch hundert weitere Verwendungsmöglichkeiten dafür. Viel Spaß!

Salzzitronendip/Salzzitronendressing
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 1 gehäufter EL Mayonnaise**
  • 1 gehäufter EL Joghurt
  • 1–1½ Salzzitronenviertel
  • schwarzer Pfeffer oder Cayennepfeffer
Anleitung
  1. Mayonnaise, Joghurt und 1 Salzzitronenviertel in einen hohen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab pürieren (im Mixer geht das natürlich auch). Die Mischung probieren: Ist sie als Salatdressing gedacht, das lauter andere Zutaten würzen soll, dann kann möglicherweise noch ein halbes Salzzitronenviertel (also: ein Achtel) dazu. Für einen Dip darf es milder sein.
  2. Die Mischung mit Pfeffer oder Cayennepfeffer abschmecken.
Anmerkungen
Die Menge reicht als Dressing für einen Rohkostsalat für 2–4. Für einen Blattsalat braucht man weniger, sonst deckt das Dressing die zarten Blätter zu. Für einen Dip ggf. die doppelte Menge machen.

Für den Fenchelsalat (eine reichliche Menge für 2 Personen) 2 Fenchelknollen putzen: holzigen Stielansatz heraus- und holzige Strünke abschneiden. Das Fenchelgrün, sofern vorhanden, aufbewahren. Den Fenchel längs halbieren und die Hälften in sehr dünne Scheiben hobeln oder schneiden. Die Fenchelscheiben in eine Schüssel geben, etwas mit der Hand durchkneten (das lässt ein paar Zellwände platzen und sorgt dafür, dass das Gemüse etwas weicher wird) und mit dem Dressing mischen. Das Fenchelgrün hacken und untermischen. Sofort servieren oder noch etwas im Kühlschrank durchziehen lassen.

** Ich nehme dafür etwas von meiner selbst gemachten Mayonnaise ohne Ei.

7 Gedanken zu “Der wunderbar wandelbare Salatdressing-Dip mit Salzzitronen

  1. Tanni

    Salzzitronen dümpeln schon eine Weile in meinem Vorratsschrank ohne eine wirkliche Idee, was ich damit tun könnte – jetzt weiß ich es! Danke für das tolle Rezept, das muß ich unbedingt ausprobieren.

    Dickes Drückerle, Tanni

    PS: ist das Päckchen schon bei Dir gelandet? ;o)

  2. Julia

    Früher habe ich das Marrokanische Zitronenhuhn immer mit normalen Zitronen gemacht, bevor ich mich endlich dazu aufgerafft habe, Salzzitronen einzulegen. Der Effekt war unglaublich! Seitdem verwende ich die Salzzitronen auch für alles Mögliche, meist Salate und Eintöpfe. Fein, jetzt kann ich mir bei Dir Anregungen holen!

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Ja, unglaublich, was für ein anderes Aroma Salzzitronen im Vergleich zu frischen Zitronen mitbringen, oder? Danke für das Stichwort Eintöpfe – die habe ich als Verwendungsmöglichkeit selbst viel zu selten auf dem Schirm.

  3. hafensonne

    Also ich kenne ein paar Haushalte, in dem seit der Entdeckung Deines Artikels Zitronen eingesalzt wurden, und mindestens einen, der bereits das zweite Glas davon fast leerhat *gnihihi* UND in dem eine seeeehr vorausschauende Küchenchefin nach der ersten Einlegeaktion, also noch während der viel zu langen Wartezeit, in regelmäßigen Abständen immer mal wieder neue Salzzitronen produzierte. Wär ja auch zu blöd: Wartezeit vorbei, Salzzitronen aufgemacht, Salzzitronen als phantastisch und universell einsetzbar eingestuft, Salzzitronen folgerichtig alsbald alle…. und dann? Ich liebe den Geschmack sowohl der Zitronen als auch des Sudes und setze beides wirklich in sehr vielen verschiedenen Kontexten ein. Zum Beispiel darf an den regelmäßig von mir für den Göga produzierten Bouletten die Salzzitrone nicht fehlen. Der Dip klingt auch sehr vielversprechend, ich werde die Mayonnaise auch selbst machen (mit dem Pürierstab – < 1 Minute *staun*), gekaufte schmeckt mir nicht. Aber mit Ei. Und vielleicht Knoblauch ;-). Danke für die tollen Anregungen! :-)

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