Überraschung! Zitronenmarmelade aus Meyer-Zitronen

Wenn dir das Leben Meyer-Zitronen gibt, dann stehst du schon mal bis nach Mitternacht in der Küche und kochst Zitronenmarmelade. Und freust dich an dem wunderbaren Duft, der irgendwo zwischen Zitrone und Grapefruit mit einem Schuss Mandarine und einem Blättchen Zitronenthymian liegt.

Zitronenmarmelade aus Meyer-Zitronen auf Brot

Eigentlich wollte ich nur eine ganz normale Zitrone kaufen, um damit die Kürbiscreme für meine Galettes abzuschmecken. Aber als ich bei meinem Kauf zu Hause die Schale abzog, verbreitete sich dieses Aroma durch die Küche. Ein Aroma, das ich zum ersten und letzten Mal vor vier Jahren geschnuppert hatte: Ich hatte eine Meyer-Zitrone erwischt!

Meyer-Zitronen oder Meyer Lemons sind eigentlich keine Zitronen, sondern eine Kreuzung aus Zitrone und Mandarine oder Orange, nichts Genaues weiß man nicht. Bis vor wenigen Jahren hatte ich über diese angeblich wunderbar aromatischen Früchte immer nur in amerikanischen Blogs und Zeitschriftenrezepten gelesen; hier gab es sie nicht. USA-Reisende brachten manchmal zwei, drei dieser Kostbarkeiten im Koffer mit, aber in meinem Umkreis war noch nie eine Meyer Lemon aufgetaucht.

Bis vor vier Jahren die Nachricht durch die Foodbloglandschaft ging: Es gibt sie! Als schlichte Zitronen deklariert, waren sie plötzlich im Handel aufgetaucht; nur an wenigen Stellen und nur für kurze Zeit, aber immerhin. Damals schrieb Zitrusfrüchte-Expertin Katharina Seiser einen ausführlichen Artikel, und auf den verweise ich jetzt alle, die sich für Meyer-Zitronen interessieren.

Damals, 2013, habe ich tatsächlich auch ein paar der Zitrusschätze erwischt und verarbeitet. Seitdem sind sie mir aber nie wieder irgendwo begegnet. Bis jetzt das Gleiche passierte wie vor vier Jahren: Die Früchte lagen im Handel (in diesem Fall: Alnatura am Bahnhof Altona, Hahnenkamp 1) als normale Zitronen in ihrer Kiste, und wenn mir nicht beim Verarbeiten dieser unverkennbare Duft in die Nase gestiegen wäre … Jedenfalls bin ich sofort wieder in den Biosupermarkt gelaufen und habe den Rest der Kiste leer gekauft.

Sie sind etwas weniger reif als die, die ich vor vier Jahren hatte, deshalb dient das Tiefdunkelgelb, das sie in reifem Zustand von anderen Zitronen unterscheidet, diesmal nicht als Erkennungsmerkmal. Aber die Schale ist deutlich glatter, und … erwähnte ich schon den Duft?

Meyer-Zitrone aus der Nähe

Nun ja, da stand ich also plötzlich da mit anderthalb Kilo Zitronen und im Grunde ohne Zeit, sie zu verarbeiten. Zum Glück habe ich mich wieder an die simple, aber grandios gute Zitronenmarmelade erinnert, die ich vor vier Jahren im Blog der Küchenschabe entdeckt habe. Damit ich beim nächsten Meyer-Fund nicht wieder all meine Küchentagebücher durchsuchen muss, um herauszufinden, woher ich noch mal das Rezept hatte, schreibe ich es lieber schnell auf.

Zitronenmarmelade aus Meyer-Zitronen auf Brot

Acht Meyer-Zitronen habe ich auf diese Weise verarbeitet. Bleiben noch fünf. Mal sehen, was ich damit anfange. Aber ich habe drei Tage Zeit, mir das zu überlegen, denn jetzt bin ich erst mal auf dem Weg zur Buchmesse. Aber euch sage ich schon mal: Augen auf beim Zitronenkauf! Oder, noch besser: Nase auf. Vielleicht erwischt ihr ja auch ein paar Meyers. Ich drücke die Daumen.

Zitronenmarmelade aus Meyer-Zitronen
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 8 Meyer-Zitronen
  • 400 ml Wasser
  • 880 g Zucker
Außerdem:
  • Schraubdeckelgläser (bei mir: 6 kleine)
Anleitung
  1. Die Zitronen waschen, vierteln und jedes Viertel in millimeterdünne Scheiben schneiden. Dabei alle Kerne entfernen.
  2. Zitronenscheiben, Wasser und Zucker in einen Topf geben. Die Kerne in ein Säckchen füllen und dazugeben (sie enthalten Pektin, das beim Gelieren unterstützt). Alles aufkochen und bis zu 1 Stunde mit aufgelegtem Deckel köcheln, zwischendurch umrühren. Ab 30 Minuten Kochzeit immer mal wieder eine Gelierprobe machen: etwas Flüssigkeit auf ein kaltes Tellerchen geben (ich legen sie dafür in den Gefrierschrank) und gucken, ob es schnell fest wird. Falls es flüssig bleibt, noch weiterkochen.
  3. Inzwischen die Schraubdeckelgläser mit kochendem Wasser ausspülen oder im Backofen bei 100 °C ca. 30 Min. sterilisieren (Deckel in einem Topf mit Wasser auskochen). Die fertige Marmelade kochend heiß einfüllen, die Gläser verschließen und abkühlen lassen.
Anmerkungen
Vor vier Jahren habe ich nur die Hälfte der Menge verarbeitet, und die Marmelade war schon nach 30 Minuten so weit, abgefüllt zu werden. Wie gesagt: Gelierprobe machen!

Bestimmt kann man die Zitronenmarmelade auch mit gewöhnlichen Zitronen kochen. Allerdings würde ich dann den Zuckeranteil erhöhen, denn Meyer-Zitronen sind weniger sauer als normale.Zitronenstückchen und Säckchen mit Zitronenkernen im Topf

 

5 Gedanken zu “Überraschung! Zitronenmarmelade aus Meyer-Zitronen

  1. Anna C.

    Einmal hatte ich auch schon das Vergnügen der Meyer-Zitronen…. mal schauen welche mir für mein Zitronengelee über den Weg laufen. Denn kochen werd ich auf jeden Fall welche, für diesen genialen Zitronenkuchen

  2. Petra Wacker-Hinz

    Meyer-Zitronen habe ich noch nicht zu Gesicht bekommen. Aber ich habe dieses Jahr eine Marmelade mit Amalfi-Zitronen gemacht. Dabei musste ich die Zitronen erst eine Stunde in Wasser kochen. Die weichen Zitronen wurden dann geviertelt, die Kerne raus, pürieren, dann den Zucker dazu und noch mal aufkochen lassen bis es geliert.

    Ganz vorzüglich, kann ich ebenfalls nur empfehlen.

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