Heiße Zeit für kalte Suppen: Okroschka

„Schreckliches Wetter, oder? Wird Zeit, dass es wieder kühler wird.“ So begrüßte mich gestern eine Nachbarin im Hausflur. Schreckliches Wetter? Wie bitte? Ich freue mich sehr über die Sonne, die derzeit in Norddeutschland unermüdlich vom Himmel strahlt. Von mir aus dürfte es ab jetzt noch zwei Monate so weitergehen, auch wenn ich täglich mit Schweißperlen auf der Stirn im Büro sitze, eine Thermoskanne mit kaltem Wasser in Reichweite und ein Coolpack unter den Füßen.

Okroschka russische Buttermilchsuppe

Denn: Es gibt kein heißes Wetter, es gibt nur unzureichende Kühlung! Und daher war genau jetzt der perfekte Zeitpunkt für ein Rezept gekommen, das ich schon länger im Blick hatte – genau gesagt: seit Annette Lindstädt auf ihrem Blog Rumreiserei das Rezept für die kalte russische Suppe Okroschka vorgestellt hatte. Diese russische Mischung aus säuerlicher Buttermilch mit frisch-knackigem Gemüse und Ei klang nämlich ganz so, als könnte sie mein Geschmack sein.

Sie ist es! Heute haben wir sie in der Mittagspause in unserem wunderschön blühenden Bürohinterhof genossen (den ich schon vor ein paar Tagen mal abends fotografiert habe – eben schien die Sonne zu hell).

Hof mit Bank und Blumen

Wobei ich sie nur unter einer Bedingung als praktisches Büromittagessen empfehlen kann: dass die Büroküche mit einem sehr guten Messer oder aber einem Blitzhacker ausgerüstet ist. Denn wenn man Wikipedia Glauben schenken darf, dann rührt der Name der Suppe vom russischen Wort für „krümeln“ (крошить) her – weil eine Menge Einlagen hineingehören, und zwar in möglichst krümelfeiner Größe. Nun ja. Wer die Würfel etwas größer macht, muss es ja niemandem weitersagen.

Gewürfeltes Gemüse für Buttermilchsuppe Okroschka

Weitersagen möchte ich aber eins: Es muss wirklich nicht immer Gazpacho sein! Probiert diese wunderbare kalte Suppe aus, solange es warm ist. Es lohnt sich. Danke für das Rezept, liebe Annette!

Vegetarische Weltreise - Russland

Und weil ich gesehen habe, dass die vegetarische Weltreise diesen Monat nach Russland führt, schicke ich dieses Rezept gleich mal rüber zum Blog Tomateninsel.

 

Okroschka
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
Portionen: 4–6
 
Zutaten
  • 4 hartgekochte Eier
  • 200 g Schmand
  • 2–3 EL Senf (je nach Schärfe und Geschmack)
  • 400 g gegarte Pellkartoffeln (festkochende oder vorwiegend festkochende Sorte)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Radieschen
  • ½ Gurke
  • 500 ml Buttermilch
  • Salz | frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 350 ml Mineralwasser mit Kohlensäure (möglichst gekühlt)
  • 1 kleines Bund Dill
Anleitung
  1. Die hartgekochten Eier halbieren. Das Eigelb herauslösen und mit einer Gabel in einer flachen Schale oder einem tiefen Teller zerdrücken. Das Eigelb mit Schmand und Senf zu einer Creme verrühren.
  2. Das Eiweiß fein würfeln und in eine große Schüssel geben. Die Pellkartoffeln schälen, klein würfeln und dazugeben. Die Frühlingszwiebeln putzen, der Länge nach Vierteln und quer in dünne Scheibchen schneiden. Die Radieschen waschen, putzen und hacken, die Gurke waschen, nur falls nötig schälen und sehr klein würfeln. Alles mit in die Schüssel geben.
  3. Die Eigelb-Schmand-Mischung und die Buttermilch zu den übrigen Zutaten geben, alles gut verrühren und die Suppe kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Mineralwasser unterrühren (Achtung, das schäumt!) und die Suppe möglichst 1 Stunde zum Durchziehen in den Kühlschrank stellen.
  4. Kurz vor dem Servieren den Dill von den Stängeln zupfen und hacken. Die Suppe noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

 

9 Gedanken zu “Heiße Zeit für kalte Suppen: Okroschka

  1. Bentolily

    Wie wär’s mit der guten, alten Vierseit-Reibe? Die nehme ich für solche Gerichte. Im Blitzhacker wird es schnell mal zu ungleichmäßig — oder zu fein — gehackt. Die Suppe kann man übrigens sehr schön am Vorabend vorbereiten: Rezept bis einschließlich Buttermilch zusammenrühren und mitnehmen. Zum Mittag Mineralwasser + Gewürze zugeben.

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Probieren werde ich das mal mit der Reibe – danke für den Tipp! Manchmal finde ich allerdings, dass sich die etwas lappige Konsistenz von geriebenem Gemüse nicht nur im Mund anders anfühlt (die Gemüsewürfel heute waren nämlich schön knackig), sondern auch einen anderen Geschmack macht. Für Waldorfsalat, den ich sehr liebe, stelle ich mich deshalb lieber hin und schneide geduldig eine halbe Stunde Sellerie in so Streichholzstreifchen, als ihn zu reiben.
      Aber im Büro geht es ja auch manchmal eher um Zeitersparnis. ;-)

  2. ninive

    Die Suppe hatte ich auch auf dem Schirm für Russland, jetzt werd ich mir wohl was anderes ausdenken! Und ich find Sommer auch klasse, freu mich über jeden Tag den er da ist!

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