Bei Herbstregen zu backen: Koreanische Meeresfrüchte-Pfannkuchen (Haemul Pajeon)

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, nämlich Verlinkungen. Den Anstoß gegeben hat außerdem eine Blogger*innenveranstaltung, zu der ich eingeladen war.

In Korea haben die Menschen eine clevere Methode gefunden, mit schlechtem Wetter umzugehen: Sie kochen es sich einfach schön. Wenn es draußen fies und nass ist, backen sie Pajeon, koreanische Pfannkuchen. Es heißt, die Verbindung zwischen Wetter und Pfannkuchen sei akustisch: Wenn der Teig in der Pfanne knistert, klingt das (mit etwas Fantasie) so ähnlich wie Regen, der in Pfützen spritzt, über Fensterscheiben läuft und aufs Dach klopft.

Koreanischer Pfannkuchen Haemul Pajeon

 

Erzählt hat mir das Young-Mi Park-Snowden bei unserer Arbeit an ihrem Kochbuch Kimchi Princess*. Daran erinnert wurde ich jetzt allerdings – pünktlich zu Beginn der Jahreszeit, in der Wetterschönkochen zur Lieblingsbeschäftigung wird – durch eine Veranstaltung der Zeitschrift effilee. Mit etlichen anderen Foodblogger*innen war ich eingeladen, die koreanische Küche (wieder-) zu  entdecken: Wir durften koreanischen Köchinnen bei der Zubereitung traditioneller Gerichte über die Schultern gucken und natürlich nachher die Ergebnisse probieren – Bulgogi und Kimchi, Reiskuchensuppe und Glasnudelsalat und eben Pajeon, koreanische Pfannkuchen. Eindrücke vom Abend und Links zu den verbloggten Rezepten finden sich im Artikel zum Abend auf der effilee-Seite.

Die koreanische Küche ist in vielerlei Hinsicht genau meins: mit gehörigen Portionen Umami und einer Vorliebe für den Dreiklang von süß, sauer und scharf. Außerdem sind viele Gerichte relativ einfach zuzubereiten – wenn man großzügig übersieht, dass in Korea immer gleich etliche Komponenten zu einer Mahlzeit gehören, darunter mehrere Sorten eingelegtes, mariniertes oder fermentiertes Gemüse.

Die Pfannkuchen fallen allerdings in die Kategorie Snack und kommen daher relativ unkompliziert nur mit einem Dip daher. Trotzdem sind sie wow: Knuspriger Teig verbindet reichlich Gemüse, Meeresfrüchte und/oder Kimchi zu einem Ganzen, von dem dann Stückchen (natürlich mit Stäbchen!) abgerissen und in die würzige Mischung aus Sojasauce, Essig und Chili gedippt werden.

Koreanische Pfannkuchen Haemul Pajeon

Ich habe das Rezept, das an dem koreanischen Abend verteilt wurde, beim Nachkochen etwas abgewandelt, und den Dip habe ich gleich aus dem Buch Kimchi Princess übernommen, denn der ist von mir mehrfach geprüft und für gut befunden worden. Bei der effilee gab es Haemul Pajeon, Meeresfrüchtepfannkuchen. Bei mir sind die Meeresfrüchte zu ein paar Garnelen zusammengeschmolzen, weil der Fischhändler am Samstag keine gemischten Meeresfrüchte mehr hatte. Und ehrlich: Auch mit Gemüse allein lohnt sich das Rezept. Probiert es aus! Es ist sogar bei schönem Wetter mindestens einen Versuch wert.

Bei Herbstregen zu backen: Koreanische Meeresfrüchte-Pfannkuchen (Haemul Pajeon)
Quelle: 
Cuisine: Koreanisch
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
Portionen: 2
 
Zutaten
Für den Dip (Cho Ganjang):
  • ½ TL helle Sesamsamen
  • 1 fingerlanges Stück Frühlingszwiebelgrün
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • ½ TL Gochugaru (koreanische Chiliflocken, nach Belieben)
  • 1 EL Wasser
Für die Pfannkuchen:
  • 100 g geschälte Garnelen (TK, aufgetaut)
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 Möhre
  • 1 rote Peperoni (nach Belieben)
  • ½ Zucchino (ca. 100 g)
  • 100 g Weizenmehl (Type 405)
  • 2 EL Speisestärke
  • ½ TL Salz
  • 150 ml Wasser
Außerdem:
  • Öl zum Braten
Anleitung
  1. Für den Dip den Sesam in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten, bis er duftet, und in eine kleine Schüssel füllen. Das Frühlingszwiebelgrün in feine Ringe schneiden und mit dem Sesam und den übrigen Zutaten verrühren.
  2. Für die Pfannkuchen die Garnelen je nach Größe etwas kleiiner schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, erst in fingerlange Stücke und dann in Streifen schneiden. Die Möhre putzen, schälen und in streichholzdünne Streifen schneiden.
  3. Die Peperoni putzen, längs halbieren, Kerne und weiße Scheidewände entfernen und die Peperonihälften in feine Halbringe schneiden. Das Zucchinistück in streichholzdünne Streifen schneiden.
  4. Mehl, Stärke und Salz in einer Schüssel mit dem Wasser verquirlen. Garnelen und Gemüse gründlich untermischen.
  5. Esslöffel Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Ein Viertel von der Pfannkuchenmasse hineingeben, zu einem kuchentellerkleinen Pfannkuchen flach drücken und bei mittlerer Hitze ca. 4 Minuten von einer Seite backen. Wenden und von der anderen Seite noch einmal 3 Min. backen. Die übrigen Pfannkuchen ebenso backen.
  6. Die fertigen Pfannkuchen heiß servieren, mit Stäbchen in Stücke reißen und in den Dip tauchen.
Anmerkungen
Die Pfannkuchen reichen als kleine Mahlzeit für 2, als Snack für 4.

Die Schnippelarbeit lässt sich mit einer Mandoline extrem beschleunigen: Diese scharfen Gemüsehobel haben in der Regel Einsätze, mit denen man in Windeseile Gemüsestreifchen (Julienne) produzieren kann.

Koreanische Pfannkuchen mit Meeresfrüchten (Haemul Pajeon)

Böse Zungen behaupten übrigens, dass man Pajeon in Korea bei schlechtem Wetter isst, habe nichts mit regentropfenähnlichen Brutzelgeräuschen zu tun, sondern mehr damit, dass die Pfannkuchen zu den klassischen Kleinigkeiten gehören, die man zum Alkohol serviert … Hmm. Ich finde ja die Idee schöner, sich den Herbstregen schönzukochen, als ihn sich schönzutrinken.

Wer übrigens mehr über das Alltagsleben in Korea erfahren möchte und in Hamburg ist oder hier vorbeikommt, hat noch bis 2020 die Gelegenheit, sich im Museum am Rothenbaum (ehemals Völkerkundemuseum) die Ausstellung Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung anzusehen. Ich fand sie sehr lohnend! Allein einmal durch eine koreanische Wohnung zu schlendern und zu erfahren, dass in den Küchen dort ein eigener Kühlschrank für Kimchi und andere fermentierte Gerichte steht … spannend.

Habt ihr euch schon durch die koreanische Küche probiert? Und – mögt ihr sie?

Stichworte:

Einige Gedanken zu “Bei Herbstregen zu backen: Koreanische Meeresfrüchte-Pfannkuchen (Haemul Pajeon)

  1. Ulrike

    Liebe Sabine, das hört sich ungemein lecker an. Kimchi liebe ich sehr, habe es früher häufig in einem kleinen koreanischen Lebensmittelladen in der Schanze gekauft – dort gab es von den Besitzern selbst hergestelltes. Den Laden gibt es leider nicht mehr.
    Deine Beschreibung macht Appetit. Demnächst werde ich Koreanisch auf meinen Speisenplan aufnehmen.
    Ulrike

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