Die Eine-für-alle-Party-Kartoffelsuppe

Partys waren ja auch schon mal einfacher. Früher hieß Feiern: ein Nudelsalat auf dem Buffet, eine Suppe auf dem Herd (wahlweise Gulasch- oder Lauch-Hackfleisch-Käse-Suppe), ein paar strategisch verteilte Schälchen mit Salzstangen und ansonsten reichlich billiger Wein, billiges Bier und Cola (klar, auch die billige).

Na gut, mit der Aussicht auf solche kulinarischen Angebote würde mich heute auch niemand mehr als Gast vom Sofa und zur Party locken. Aber für die Gastgeber_innen war’s unbenommen etwas leichter. Heute fängt man ja schon beim Aufstellen der Gästeliste mit den Grübeleien an: A isst neuerdings vegan. B verträgt keine Laktose mehr. C muss mit Gluten aufpassen, D ist nur glücklich, wenn’s auch Fleisch gibt, E mag Scharfes nicht, F stillt noch und meidet Zwiebeln, um nicht die ganze Nacht ein schreiendes Baby herumzutragen. Hilfe, was mach ich da bloß zu essen?

Gut, das ist natürlich jetzt das Maximal-kompliziert-Szenario (und dabei habe ich Paleo-Fans, Makrobiotiker und Dauerdiätler noch nicht mal berücksichtigt). Ganz so geht es bei uns in der Realität zum Glück nie zu. Außerdem weiß ich, dass diejenigen, die sich in irgendeiner Art und Weise beim Essen einschränken (müssen), dafür auch gute Gründe haben. Weil das so ist, versuche ich etwas aufzutischen, das alle oder zumindest möglichst viele mitessen können. So bin ich beim Baukastensystem gelandet. Man nehme: ein möglichst schlichtes und allgemein verträgliches Basisgericht und viele kleinen Schüsselchen mit Extras.

Kartoffelsuppe mit Tuning

Ein solches – erprobtes! – Basisgericht ist eine schlichte Kartoffelsuppe, der es nicht schadet, einen langen Partytag oder -abend auf dem Herd warm gehalten zu werden. Dazu stehen in Schälchen lauter verschiedene Zutaten bereit, mit denen sich die Gäste ihre Suppe nach Belieben etwas aufregender gestalten können. Drei Vorschläge:

Kartoffelsuppe mit Chorizo-Petersilien-Mischung

Fleischfressende Pflanzen und Liebhaber_innen deftiger Schärfe kriegen eine Mischung aus gewürfelter Chorizo, Frühlingszwiebel und gehackter Petersilie. Die ist außerdem gluten- und laktosefrei.

Kartoffelsuppe mit Feta-Knoblauch-Creme und Pul biber

“Mit Knoblauch, mit alles, bisschen scharf” wird’s mit dieser Knoblauch-Feta-Creme, die sich alle, die mögen, noch mit türkischen Paprikaflocken (Pul biber) bestreuen können. Voilà: vegetarisch und glutenfrei.

Kartoffelsuppe mit Kokosmischung und Paprika

Mit einem Schuss Kokosmilch (einfach im Milchkännchen danebenstellen) und einer Mischung aus Kokosraspeln, Ingwer und abgeriebener Zitronen- oder Limettenschale bekommt die Kartoffelsuppe eine exotische Note, bleibt aber vegan, gluten- und laktosefrei, mild und bläh-reduziert. Ob die optionalen Paprikaschotenwürfelchen dem Nachtschlaf der Babys schaden, dürfen die Mütter dann immer noch entscheiden.

Natürlich geht das Ganze auch noch einfacher. Schälchen mit Schmand, Petersilie, Würstchenscheiben und Röstzwiebeln und die Fläschchen mit Chili- und Worcestershiresauce machen erfahrungsgemäß schon ziemlich viele Gäste glücklich. Gewürfelter Räuchertofu, Schnittlauchröllchen, Gartenkresse und geröstete Kürbiskerne kommen ebenfalls gut an.

Ihr seht schon: Da geht viel. Ein Blick in Kühlschrank und Vorratsschränke bringt meistens schon jede Menge Ideen. Das macht die Party-Organisation echt einfacher, die Kartoffelsuppe zu kochen ist kein Hexenwerk, und die Gäste haben meistens wirklich Spaß am Suppentunen.

Und weil dieses Rezept außerdem zeigt, wie wandelbar die gute alte Kartoffel ist, reiche ich es zur Tartüffel-Blogparade bei Foodfreak ein.

Die Eine-für-alle-Party-Kartoffelsuppe
Quelle: 
 
Zutaten
Für die Kartoffelsuppe:
  • 1 große Zwiebel (evtl. weglassen - obwohl eine Zwiebel pro großem Suppentopf bisher keiner stillenden Mutter in meiner Umgebung was ausgemacht hat)
  • 2 Bund Suppengrün (oder 2 Stangen Lauch, 6 mittelgroße Möhren, ca. 200 g Knollensellerie, 2 Petersilienwurzeln à ca. 100 g)
  • 1 kg Kartoffeln (wichtiger als die Kocheigenschaften finde ich, dass es eine aromatische Sorte ist. Ich nehme festkochende Linda)
  • 4 EL Pflanzenöl
  • 2 l Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
Für die Chorizo-Mischung:
  • 200 g Chorizo (oder eine andere würzige luftgetrocknete Wurst, z. B. Landjäger)
  • 2 Bund Petersilie (glatt oder kraus ist egal)
  • ½ Bund Frühlingszwiebeln
Für die Kokosmischung:
  • 100 g Kokosraspeln
  • 60 g frischer Ingwer
  • 2 Bio-Zitronen oder Bio-Limetten
  • 1 EL Zucker
  • 1 rote Paprikaschote
  • 200 ml Kokosmilch (nach Belieben)
Für die Feta-Knoblauch-Creme:
  • 100 g Feta
  • 100 g Joghurt
  • 1–x Knoblauchzehen (je nach persönlicher Knofelvorliebe von Gastgeber_in und Gästen)
  • 1 Bund Dill
  • Salz
  • Pul biber (türkische Paprikaflocken; nach Belieben)
Anleitung
  1. Für die Kartoffelsuppe die Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Suppengrün putzen und würfeln: Vom Lauch Wurzelansatz und welkes Grün abschneiden, die Stange der Länge nach aufschlitzen und auch zwischen den Blattschichten waschen, in Scheiben schneiden. Möhren, Sellerie und Petersilienwurzeln schälen, putzen und würfeln. Die Kartoffeln schälen und grob würfeln.
  2. Das Öl in einem großen Suppentopf erhitzen. Zwiebeln und übriges Gemüse darin bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten anschwitzen. Die Kartoffeln zugeben, alles mit Gemüsebrühe auffüllen, aufkochen und mit aufgelegtem Deckel bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis Kartoffeln und Gemüse auf Probe mit einer Messerspitze sehr weich sind. Das dauert ca. 20 Minuten.
  3. Die Suppe mit dem Pürierstab pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Für die Chorizo-Mischung die Wurst (ohne Pelle) klein würfeln. Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden. Die Petersilie nur waschen, wenn sie sehr sandig ist (und dann gut trockenschütteln oder -tupfen) und die Blättchen fein hacken. Alles mischen und in einer Schüssel anrichten.
  5. Für die Kokosmischung die Kokosraspeln in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze anrösten, bis sie hellbraun werden und duften. In ein Schälchen füllen. Den Ingwer schälen und fein hacken. Von den Zitrusfrüchten die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Ingwer, Zitrusschale und -saft und Zucker mit den Kokosraspeln mischen. Die Paprikaschote waschen, putzen und das Fruchtfleisch sehr fein würfeln. Die Würfel in einem Extraschälchen servieren. Nach Belieben Kokosmilch in einem Milchkännchen dazustellen.
  6. Für die Feta-Knoblauch-Creme den Feta mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Joghurt vermischen. Den Knoblauch schälen und fein hacken oder durch die Presse dazudrücken. Den Dill fein hacken und untermischen. Den Dip falls nötig mit Salz abschmecken. Das Pul biber in einem Schälchen danebenstellen, sodass sich jeder nach persönlicher Schärfevorliebe selbst bedienen kann.
Anmerkungen
Zur Menge:
Als Hauptgericht reicht die Suppe für 6 hungrige Esser (dann nur ein Topping dazu servieren). Als Partysuppe würde ich diese Portion für 10–12 Gäste kalkulieren, wenn es auch noch andere Dinge auf dem Buffet gibt und nicht gerade hungrige Möbelpacker nach einem Umzug verköstigt werden müssen.
Zum Zeitaufwand:
Die Suppe zu kochen dauert, je nach Schnippelgeschwindigkeit, ca. 50–60 Minuten. Die verschiedenen Toppings dauern insgesamt noch mal so lange. Praktisch, wenn es zwei Gastgeber_innen gibt, die nebeneinander arbeiten können!

 

Und wie ist das bei euch? Habt ihr ein erprobtes Partygericht, mit dem ihr euch das Leben leichter macht und das bei euren Gästen gut ankommt?

 

7 Gedanken zu “Die Eine-für-alle-Party-Kartoffelsuppe

  1. Bentolily

    Die Idee — eine Suppe, verschiedene Toppings — gefällt mir. Nicht nur für Parties, sondern auch für Familienbesuche (mäkelige Kinder und mäkelige Nun-Eltern). Ich habe langsam keine Lust mehr, viel Aufwand ins Kochen zu stecken, wenn man es sowieso nicht allen recht machen kann.

  2. Pingback: Blogparade: Kartoffeln | Foodfreak

  3. Christiane

    Ich habe mit genau dieser Baukasten-Kartoffelsuppe letztes Jahr am zweiten Weihnachtstag meine bunt zusammengewürfelte und essensmäßig sehr unterschiedlich geprägte Verwandtschaft satt und glücklich “gefüttert”. Und bei den Toppings kann man tatsächlich seiner Fantasie freien Lauf lassen. Am Tisch wurde dann immer wieder geschaut, was die anderen denn für kreative Zusammenstellungen ausprobieren – was dazu führte, dass auch die “wat der Bur net kennt”-Esser neue Geschmackserfahrungen machten. Wir hatten jedenfalls viel Spaß – und das Essen konnte es definitiv mit jedem Feiertags-Fondue aufnehmen!

  4. Sabine

    Da suche ich nach einer unkomplizierten Partysuppe – und wo lande ich? Bei der Sabine! :-) Danke für das tolle Rezept. Werde ich wohl am Wochenende machen. LG

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