Brotaufstrich des Monats Oktober: Kürbis-Muhammara

Ach, ich hab’s ja schon eingesehen. Der Herbst ist da, der Kürbis ebenfalls. Machen wir das Beste draus ‒ zum Beispiel den Brotaufstrich des Monats (alle bisherigen gibt es hier). Und ich muss sagen, Kürbis auf dem Brot ist schon eine der feinsten Sachen, die einem der Oktober so bringen kann. Mal abgesehen von: bunten Blättern, bereiften Spinnennetzen, dem Wiederentdecken der Lieblingskuscheldecke und gemütlichen Teestunden in der Spätnachmittagsdämmerung. (Letztere bisher eher ein sehnsüchtiger Wunschtraum. Aber Stressphasen enden ja auch irgendwann.)

Kürbis, halbiert

So. Damit ist meine Herbst-Positivliste aber auch schon zu Ende. Sommer ist immer noch toller.  Und weil das so ist, konnte ich mir nicht verkneifen, meinem Kürbisaufstrich ein bisschen orientalische Sonne zu verpassen.

Die Paprika-Walnuss-Paste Muhammara gehört zu meinen Lieblingen unter den Mezze, den wunderbaren syrisch-libanesischen Vorspeisen. Normalerweise bekommt Muhammara Substanz und streichfähige Konsistenz unter anderem durch trockenes Weißbrot. Das habe ich hier durch den Kürbis ersetzt ‒ und das hat sich als hervorragende Idee herausgestellt! Nicht nur, weil die Paste dadurch noch cremiger wurde und eine tolle tiefdunkelorange Farbe erhielt. Die leichte Süße des Kürbisses ergänzt die süßsaure Komponente durch den Granatapfelsirup perfekt.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich gleich reichlich Kürbis zu Mus verarbeitet und eingefroren habe. Denn damit entfällt der größte Teil des Aufwands bei diesem Rezept: Kürbis backen. Eine Paprikaschote ist schnell unter dem Backofengrill geröstet. Und wem auch das nicht schnell genug geht, der nimmt geröstete Paprikaschoten aus dem Glas.

Ach ja, ein Wort noch zum Granatapfelsirup: Der wird in den orientalischen Küchen gerne verwendet, ist daher in türkischen und arabischen Geschäften in der Regel problemlos erhältlich und schmeckt intensiv süßsauer fruchtig. Wodurch er sich nicht ersetzen lässt: Grenadinesirup.

Kürbis-Muhammara

Für das Muhammara-Basis-Rezept habe ich übrigens in das Kochbuch geschaut, das ich für solche Fälle meistens heranziehe: Mezze* von Bettina Matthaei und Mohamad Salameh. Ich freue mich wirklich, dass es inzwischen neu aufgelegt wurde (wenn auch mit denkbar beklopptem Untertitel), sodass ich nicht wieder, wenn ich es verschenken will, bei irgendwelchen Internetbuchhökern dafür horrende Preise zahlen muss!

 

Kürbis-Muhammara
Quelle: 
Zubereitungszeit: 
Garzeit: 
Zeitbedarf gesamt: 
 
Zutaten
  • 1 Hokkaido- oder Butternut-Kürbis oder ein großes Stück Muskatkürbis (benötigt werden für dieses Rezept 200 g; für den Rest siehe unten)
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 50 g Walnusskerne
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Granatapfelsirup (gibt es in türkischen und arabischen Geschäften; ersatzweise 1 EL Zitronensaft + 2 TL Agavendicksaft oder, falls es nicht unbedingt vegan sein muss, 1 EL Honig)
  • ½ TL gemahlener Cumin (Kreuzkümmel)
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • Cayennepfeffer, Piment d'Espelette oder Pul biber zum Abschmecken
  • Salz
Anleitung
  1. Für das Kürbispüree den Kürbis waschen (falls nötig), den Stiel entfernen, bei Hokkaido unschöne Stellen an der Schale abschneiden. Den Kürbis halbieren, das Innere (Samen und Fäden) mit einem Löffel herausschaben und den Kürbis in Spalten schneiden.
  2. Die Paprikaschote halbieren, Stiel, Samen und Scheidewände entfernen.
  3. Die Kürbisspalten flach auf ein Blech mit Backpapier legen, die Paprikahälften mit der Hautseite nach oben dazulegen und das Gemüse im Backofen bei 200 °C ca. 30 Min. backen. Sobald die Haut der Paprika schwarz wird, die Paprikahälften herausnehmen und in einer Schüssel abgedeckt etwas abkühlen lassen.
  4. Sobald die Kürbisstücke weich sind, das Blech herausnehmen und den Kürbis etwas abkühlen lassen.
  5. Die Paprikaschote häuten. Falls die Kürbishaut noch fest ist, den Kürbis schälen (bei Hokkaido sollte das nicht nötig sein). Die Knoblauchzehe schälen und grob hacken. Die Walnüsse ebenfalls grob hacken.
  6. Vom Kürbis 200 g (Rest siehe unten) mit Paprika, Knoblauch, Walnüssen, Olivenöl, Granatapfelsirup (oder den gewählten Ersatz) und Gewürzen mit dem Pürierstab oder im Mixer zu einem glatten Mus pürieren. Die Muhammara mit Cayennepfeffer (oder, oder ...) und Salz abschmecken.
  7. Falls die Kürbis-Muhammara ein Büfett zieren soll: die Paste zum Servieren mit etwa Olivenöl beträufeln und mit Pul biber (türkischen Paprikaflocken) oder Paprikapulver bestreuen. Ein paar Minzblättchen machen sich natürlich auch nett darauf.
Anmerkungen
Die übrigen Kürbisspalten ebenfalls, sofern nötig, häuten und pürieren. Das Kürbismus lässt sich perfekt als Basis für Brotaufstriche und Pastasaucen verwenden - am besten portionsweise einfrieren. So ist ohne viel Zeit- und Arbeitsaufwand immer Kürbismus zur Hand.

 

 

11 Gedanken zu “Brotaufstrich des Monats Oktober: Kürbis-Muhammara

  1. Andi Verschwindi

    Liebe Sabine!

    Herbst ist himmlisch und dein Kürbis-Muhammara erst! Hab den Aufstrich gestern gemacht und ein bisschen variiert – da wir keine Walnüsse zu Hause hatten, hab ich Haselnüsse genommen. Ganz groß! Meine WG ist begeistert und ich auch!

    Außerdem habe ich wieder etwas gelernt: Muhammara! Hört sich doch auch viel besser an als: Dip oder Aufstrich…

    Herzliche und sonnige Grüße von Freiburg nach Hamburg,
    Andrea

    1. Sabine Schlimm Artikel Autor

      Oh, das ist ja toll, dass der Aufstrich (also: die Muhammara) auf so viel Gegenliebe stößt! Und Haselnüsse sind ja auch eine gute Idee. Das muss ich gleich mal ausprobieren. Ich habe noch reichlich Kürbispüree eingefroren. Grüße nach Freiburg, auch an die WG!

      1. Andi Verschwindi

        …außerdem habe ich mit frischem Rosmarin gewürzt. Das passt geschmacklich gut – und gibt der orangefarbenen Paste einen schönen Farbflecks.

        Den restlichen Kürbis habe ich zu einer Suppe verarbeitet. Diese Jahreszeit ist doch ganz großartig, das musst du doch einsehen…

  2. multikulinaria

    Ich habe den Aufstrich leider erst jetzt gesehen. Die Rezeptur gefällt mir super gut. Sollte mir dieses Jahr noch ein Kürbis zwischen die Finger rollen mache ich den mit Sicherheit nach. Es lebe die Vielfalt auf dem Brot!

  3. Pingback: Von der Blogserie zum Buch: Vegane Brotaufstriche – Schmeckt nach mehr

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